Henss (Buchbinderfamilie)

Aus Einbandforschung
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Buchbinderschildchen
Buchbinderschildchen vermutlich vor Ernennung zum Hofbuchbinder, Ex. der HAAB Weimar

Henss (Schreibweisen: Henß, Hensz) ist der Name einer Weimarer Familie von Buchbindern in mehreren Generationen.

Adam Henss (1780-1856) (http://d-nb.info/gnd/118817744) war ein Weimarer Buchbinder. Sein Sohn

Otto Henss (-1873) war ein Weimarer Hofbuchbinder. Sein Sohn

Adolf Henss war ein Weimarer Hofbuchbinder und Händler.

"Im Jahre 1830 zeichnet Adam Henß, gebürtig aus Mainz, der im Jahre 1805 nach umfangreicher Wanderschaft von Warschau nach Weimar gekommen war, als Obermeister. Dieser wohnte in der Schwanseestraße und hatte für das damals in Blüte stehende Bertuch'sche Landesindustriekontor sehr viel zu arbeiten. Er wurde Bürger und Meister nach vielen Schwierigkeiten mit den Kollegen 1814, nachdem Bertuch 500 Taler für ihn hinterlegt hatte. Obermeister Henß trat in der Oeffentlichkeit stark hervor. Er war Landtags-Abgeordneter und Städteältester, in der Sturm- und Drangzeit 1848 auch Mitglied des Nationalparlaments zu Frankfurt am Main, besorgte viele Vormundschaftssachen und widmete seine Kraft im übrigen viel den gemeinnützigen Anstalten. Bemerkenswert ist, daß er auch schriftstellerisch tätig war. Henß war eifriger Förderer der reformkatholischen Bewegung, welche im Jahre 1846 durch Ronge in Deutschland verbreitet wurde. Er starb Im Jahre 1856. Nach ihm ist die jetzige Henßstraße benannt. Sein Sohn Otto Henß, der am Markt eine gutgehende Buchbinderei mit Ladengeschäft führte, wurde im Jahre 1839 Meister und 1857 zum Hofbuchbinder ernannt. Er starb 1873. Ein Sohn des letzteren, Hofbuchbinder Adolf Henß, in Firma Otto Henß Sohn, führte hierauf das Geschäft weiter und gliederte ein feines Papiergeschäft nebst Buch- und Kunsthandel an." (aus: Einiges über das Buchbinderhandwerk in Weimar, in Allgemeiner Anzeiger für Buchbindereien, Stuttgart, 1907, Nr. 48.)

Literatur
  • Matthias Hageböck: Zum Erscheinungsbild der Weimarer Bibliothekseinbände zwischen 1758 und 1918 – ein Projektbericht, in Einband-Forschung, XXXIII S. 42-46: Identifizierung von Weimarer Hofbuchbindern sowie Art und Umfang der von ihnen ausgeführten Bindearbeiten, S. 46.
  • Einiges über das Buchbinderhandwerk in Weimar, in: Allgemeiner Anzeiger für Buchbindereien, Stuttgart, 1907, Nr. 48.